November, 2020

Do12Nov19:30Technique is the messageAuditivVokal19:30 Deutsches Hygiene-Museum (großer Saal)

Veranstaltungsdetails

Technik ist nie nur Mittel zum Zweck, Technik hat – in Anlehnung an die berühmte Formulierung Marshall McLuhans – auch eine Botschaft, bringt ein spezifisches Welt- und Selbstverständnis zum Ausdruck. Diese Leitidee bestimmt die Konzeption des Konzertes. Sie zeigt sich in besonderer Form im Werk Michael Edward Edgertons, dessen hochkomplexe und artistische Gesangstechniken nicht nur höchst beeindruckend sind, sondern darüber hinaus aufscheinen lassen, welche künstlerische und menschliche Bedeutung das Überschreiten einmal etablierter Standards in Richtung des Offenen und Zukünftigen hat. Die Nutzung des Potentials elektronischer Möglichkeiten in Brigitta Muntendorfs neuem Werk hingegen erfolgt vor dem Hintergrund einer künstlerischen Auseinandersetzung mit unserer heutigen, hochtechnologisierten Welt und ist ein Zeichen einer Hinwendung zum Hier und Jetzt. Tobias Eduard Schick reflektiert in seinem neuen Werk Inkonsequenza VI für virtuelles Ensemble den Zusammenhang von Technik und Inhalt. Durch die Rahmenverschiebung eines Vokalensembles, das eine instrumentale Formation stimmlich nachahmt, wird aufgezeigt, welche Hörgewohnheiten durch die Bindung an verschiedene Techniken entstehen. Die Gegenüberstellung zweier technischer Sphären prägt auch das Werk von Torsten Reitz, in dem die sängerische Interpretation eines Gedichts von Marcel Beyer auf dessen Rezitation durch Computerstimmen trifft. Von dort aus wird ein Bogen geschlagen zu Enno Poppes Solowerk Wespe nach dem gleichnamigen Gedicht desselben Autors. „Technik, die begeistert“ – da die hochartistischen und ausgefallenen Techniken der zeitgenössischen Vokalmusik auch über Insiderkreise hinaus faszinieren, werden im Rahmen eines Gesprächskonzert verschiedene Techniken aus den einzelnen Werken präsentiert, erklärt und diskutiert, um so mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen und einen Austausch zu initiieren.

Programm:

Michael Edward Edgerton (*1961): Anaphora – für Sopran

Christoph Ogiermann (*1967): inner empire I (2011) – für sechs Stimmen und Elektronik

Enno Poppe (*1969): Wespe (2005) – für Stimme solo

Brigitta Muntendorf (*1982): Neues Werk (UA, Auftragswerk) – für sechs Stimmen

Torsten Reitz (*1985): Buchstaben (2019) – für Sopran und Zuspiel

Tobias Eduard Schick (*1985): Inkonsequenza VI (UA für sechs Stimmen, Auftragswerk) – für virtuelles Ensemble

Zeit

(Donnerstag) 19:30

Ort

Deutsches Hygiene-Museum (großer Saal)

Lingnerplatz 1, 01069 Dresden