Presse: Virtuoses Chaos
Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:26)
Geschrieben von: Administrator
Montag, 29. September 2008 um 13:22



- 26.08.08 l Virtuoses Chaos in der Harfe
Bernhard Lang komponiert für Dresdens Staatskapelle
keine leichte, aber interessante Kost. [SZ]
Heute Abend blökt die Hammelherde in der Semperoper. Die Sächsische Staatskapelle spielt zum Saisonstart das gut hundertjährige Meisterwerk „Don Quixote" ihres Hausgottes Richard Strauss. Dabei wird der Cellist Jan Vogler den Solopart sicher wieder wunderbar geben, das Publikum sich dennoch mehr - wie stets - über die instrumentalen Effekte amüsieren, die das Hammelbiöken nachahmen.
Mit einem „weiteren Virtuosenstreich" soll das Orchester glänzen, sagt der Komponist Bernhard Lang. Der Österreicher ist der diesjährige Capell-Compositeur, der Neues für die Kapelle schreibt, um deren jahrhundertealte Urauffuhrungstradition fortzusetzen. Für den Beginn seiner Dresdner Zusammenarbeit hat er eine 17-minütige Arbeit mit dem Titel „Monadologie IL Der Neue Don Quichotte" erdacht. Drei Uraufführungen für die Dresdner sind fertig oder in der Endfassung. Zudem gibt es Erstaufführungen. Sie werden die hiesigen Konzertfreunde mit „keiner leichten, aber interessanter Kost" vertraut machen, sagt Kapellenchef Fabio Luisi. Er hat mehrfach mit dem Komponisten gearbeitet und schätzt ihn als „einen Erneuerer fern des Mainstreams".
Dass auch das Publikum zu seinen Stücken leichter Zugang findet, dafür will der Komponist selbst mit sorgen. Er gibt Konzerteinführungen, stellt sich Gesprächen und geht an, die Hochschule. „Ich bin für alles offen", sagt Lang, „für Fragen, Lob und Beschimpfungen."