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Presse: Isabell Mundry blickt

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- 20.07.08  l Isabell Mundry blickt auf ein Jahr Capell-Compositrice zurück

Der erste Cape-Compositeur der Neuzeit - vor Zeiten Kapellkompositeur
genannt - war eine Capell-Compositrice. [DNN]

Isabel Mundry hat in der zu Ende gehenden Spielzeit mithelfen können, die Uraufführungstraditionen der Sächsischen Staatskapelle wiederzubeleben, sie hat das Programm vor Ort und auf Tourneen erweitert, das Publikum manchmal vielleicht irritiert und womöglich noch öfter bereichert. Mit Michael Ernst sprach sie über ihre Erfahrungen mit dem Orchester und dessen Stadt..

Frage: Wie sehen Sie Ihr Jahr als erste Capell-Compositrice im Rückblick?
Ich hatte hier sehr viele sehr schöne Momente und bin absolut überzeugt von dieser Idee, ein Orchester als Institution mit dem Einzelwesen des Komponisten zusammenzubringen. Natürlich hatte ich mich anfangs gefragt, wie wir wohl aufeinandertreffen mögen. Die Zusammenarbeit war ein Prozess, doch ich war begeistert, wie schnell die Dinge hier auf den Punkt gebracht werden, und das bei höchster interpretatorischer Qualität.
Das Orchester hat ja relativ wenig Erfahrungen mit zeitgenössischer Musik, doch es hat sich auf einen überaus lebendigen Umgang damit eingelassen, in dem es nicht um eingefrorene Aufführungsformen ging, sondern um ein Wachsen auch nach der Generalprobe, von Konzert zu Konzert.

Frage: Vorbehalte gegenüber Neuer Musik haben Sie nicht gespürt?
Dresden verbindet man eher mit der Tradition als mit der Moderne. Ich habe mich anfangs durchaus fremd gefühlt. Aber zum Konzept dieser Idee Capell-Compositeur gehört auch eine Vermittlungsarbeit in die Stadt hinein.

Frage: Was bleibt von diesem Jahr was geben Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg?
Durch diese Zusammenarbeit mit einem Klangkörper, dessen Schwerpunkt ja woanders liegt, sind hoffentlich gute Voraussetzungen für meinen Nachfolger Bernhard Lang geschaffen worden. Ich schätze ihn als Kollegen sehr, aber er arbeitet wieder vollkommen anders als ich. Das wird wieder neue Begegnungen geben, die sicher für das Orchester, das Publikum und ihn spannend sein werden. Doch er wird gewiss ein Stück Kontinuität vorfinden, an das er anknüpfen kann.