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Presse: Beat Furrer in Dresden

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Aktualisiert (Mittwoch, 08. Februar 2012 um 12:40) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 07.12.2011 | „Beat Furrer in Dresden“

Beat Furrer in Dresden [DNN]

Der in Wien lebende Schweizer Beat Furrer, einer der bekanntesten Komponisten der mittleren Generation und mit seiner Musik in ganz Europa präsent, ist diese Woche für ein Konzertprojekt in Dresden. Am heutigen Mittwoch wird er das von der Dresdner Philharmonie und der Hochschule für Musik gebildete Projektensemble KlangNetz Dresden dirigieren und zudem in einem Workshop seine Anschauungen von Musik erläutern. Beim Konzert im Konzertsaal der Musikhochschule werden Ausschnitte aus der auf Ingeborg Bachmann bezogenen Oper Wüstenbuch vorgestellt, die 2010 erfolgreich als Koproduktion von Opernhäusern in Basel, Berlin, Paris, Venedig und Mailand uraufgeführt wurde. Außerdem stehen ein Klavierkonzert des Komponisten sowie Werke von Anton Webern und Claude Vivier auf dem Programm. Das Konzert ist das letzte große Projekt von KlangNetz Dresden innerhalb des von der Kulturstiftung des Bundes getragenen ersten Förderzeitraums – wobei alle Beteiligten schon erklärt haben, dass das erfolgreiche neue Projektensemble auch von 2012 an weiter bestehen bleiben soll.

DNN

 

Presse: Klangfarben im Mittelpunkt

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Aktualisiert (Mittwoch, 08. Februar 2012 um 12:41) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 10/11.12.2011 | „Klangfarben im Mittelpunkt“

Konzert des KlangNetz-Projektensembles in der Musikhochschule [DNN]

Seit vier Jahren hat das an der Musikhochschule beheimatete "KlangNetz Dresden" mit verschiedenen Partnern in der ganzen Stadt für neue Klänge gesorgt. Ein wichtiger Spross dieser Aktivitäten ist das KlangNetz Projektensemble. Jetzt spielte das Ensemble in der Musikhochschule unter der Leitung des Österreichers Beat Furrer, einer wichtigen Stimme der Musik der Gegenwart. Sein von ihm gegründetes Ensemble Klangforum Wien hat sich einen international hervorragenden Ruf erarbeitet. Furrer leitete am Tag der Aufführung Workshops in der Hochschule und stellte im Konzertsaal je zwei Werke aus eigener und fremder Feder vor.

Im Kammerensemble herrscht ein ungezwungenes Miteinander aus Studenten und Musikern der Dresdner Philharmonie. Kaum ist auszumachen, wer hier den besseren "Riecher" für die modernen Klänge hat. Allen Stücken war zu eigen, dass sie trotz einer nicht immer leicht verständlichen kompositorischen Struktur den Weg zum ungeübten Ohr über die Arbeit mit der Klangfarbe finden. Furrers "Xenos" aus der Umgebung des Musiktheaters "Wüstenbuch" ist vom Eindruck der Imam-Gesänge in Istanbul geprägt. Ohne dieses Wissen muss man aber genau hinhören, um diese vokalen Ursprünge und deren instrumentale Umsetzung auszumachen. Vor allem aber wirkt hier ein sehr emotionaler, direkter Umgang mit den Farben des Instrumentalensembles, am Schluss zaghaft in Melodiefragmente mündend. Dankbar und bewegt war man auch von der Aufführung von "Bouchara" des Franko-Kanadiers Claude Vivier, dessen Werke sehr selten gespielt werden. Verrückt scheint, dass bei aller Flut von neuer Musik allenorten ausgerechnet diese Musik sofort eine tiefere Ebene öffnet, die Weghören unmöglich macht. Dafür sorgte auch der unablässige vokale Strom, den die Sopranistin Maria Perlt klangsinnig mit den Instrumenten erzeugte. Beat Furrer steuerte im Dirigat hier ebenfalls emotionale Impulse bei, die eine eindrucksvolle Interpretation formten.

Anton Weberns "6 Orchesterstücke" erklangen nach der Pause in einer Kammermusikfassung, deren Qualität eigenständig sein mag, aber interessanterweise gerade wegen der doch ganz anderen Wirkung etwa beim Austausch von Harfe und Klavier die Frage nach Original und Bearbeitung stellt. Zum Abschluss stellte Beat Furrer sein "Konzert für Klavier und Ensemble" vor, das der Solist Sang-Min Han ohne äußerliche Zeichen von Anstrengung souverän und rhythmisch prägnant bewältigte. Griffig und von Hochspannung getragen war dies eine Tour de Force, die von zahlreiche Spiegelungen durch ein zweites Klavier und dem auskomponierten Resonanzkörper in den Instrumenten bestimmt wurde. Der spannende Konzertabend fand reichlich Zustimmung beim Publikum. Initiator Jörn Peter Hiekel konnte mitteilen, dass die Ensemblearbeit auch nach dem Ende des Projektes des Netzwerk Neue Musik fortgesetzt wird - ein Bekenntnis für die Lebendigkeit aktueller Musik in der Stadt, die hoffentlich weiterhin auf so hohem Niveau fortgeführt wird.

Alexander Keuk

   

Presse: Zum Weiterdenken geeignet

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Aktualisiert (Mittwoch, 08. Februar 2012 um 12:41) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 09.11.2011 | „Zum Weiterdenken geeignet“

"Erste Anhörung" mit der Dresdner Philharmonie [DNN]

Wenn man sich der "Ersten Anhörung", die die Dresdner Musikhochschule in Zusammenarbeit mit der Dresdner Philharmonie einmal pro Saison veranstaltet, widmet, muss zunächst die einschränkende Bemerkung fallen, dass es sich nicht um ein Konzert im üblichen Sinne handelt. Moderator Wilfried Krätzschmar wies in seinen einleitenden Worten auch darauf hin, dass hier jungen Kompositionsstudenten die Möglichkeit gegeben wird, mit einem professionellen Orchester Stücke zu erarbeiten - eine Idee, die in Dresden übrigens schon eine lange Tradition hat: Kurz nach der Wende war es noch das Sinfonieorchester Pirna, in dessen Probestätte Carolabad die Dresdner Studenten einmal im Jahr pilgerten, um ihre neuesten Töne auszuprobieren. Heute verfügt die Hochschule selbst über einen hervorragenden Konzertsaal und so war die Philharmonie nun zu Gast, um drei neue Stücke in einem Probenworkshop am Montag kennenzulernen und am Abend dem Publikum zu präsentieren.

Abwechslung garantierten diesmal die sehr unterschiedlichen Handschriften der Komponisten. Christian Rheber (*1980) stellte zwei Sätze unter dem Titel "Spiegel Stücke" vor, die starken Bezug zur Tradition aufwiesen, der nicht von der Hand zu weisen ist: Rheber arbeitet auch in der Film- und Popmusik. Allerdings schienen die beiden Sätze in ihrer völlig unterschiedlichen Stilistik kaum unter einen Hut zu passen, zudem waren die Sprecherparts im 2. Satz teilweise vom Orchester zugedeckt. Eine ähnliche Problematik wies Arman Gushchyans (*1981) "Peri-Ge" auf, hier sprachen die Musiker Textfragmente, deren Herkunft weder das Programmheft verriet, noch waren diese deutlich zu vernehmen. Dabei hatte gerade dieses Stück in seiner wuchernden Natur-Nähe einiges an Reiz zu bieten: Gushchyan schrieb einen sehr detailreichen Orchestersatz, in dem sogar die Besetzung und Verteilung der Instrumente neu definiert wurde. In vorsichtig voranschreitender Klanglichkeit bewahrte Gushchyan donnernde Höhepunkte bis zum letzten Drittel auf und hatte so auch eine wirkungsvolle formale Struktur für das Stück gefunden.
Tobias Schick (*1985) benannte sein Orchesterstück "o.T." (ohne Titel) und führt den Zuhörer damit natürlich gleich auf den Boden der Spekulation: solcher Absicht muss ein Programm innewohnen! Doch auch ohne Beschreibung konnte der Hörer staunen, wie kurze und längere Klangflächen ineinander verwoben und verschoben waren, bevor ein Höhepunkt einen Registerwechsel in tiefste Regionen erforderlich machte und das Stück plötzlich ein Ende fand. Das "Weiterdenken" wird bei allen drei Werken sicher einsetzen und sich in einer Fortsetzung oder einem neuen Werk niederschlagen.

Die Dresdner Philharmonie spielte die Novitäten mit dem großen Anspruch der Konzertreife. Dem Dirigenten Lennart Dohms, Absolvent der Dresdner Musikhochschule, wurde anschließend der Kunstpreis der Hanna Johannes Arras Stiftung verliehen, eine Auszeichnung bürgerschaftlichen Engagements, die seit 11 Jahren vor allem junge Künstler ehrt, die sich im Kulturleben Dresdens verdient machen.

Alexander Keuk

   

Presse: Am Schnittpunkt der Kulturen

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Aktualisiert (Mittwoch, 08. Februar 2012 um 12:26) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 28/29.05.2011 | „Am Schnittpunkt der Kulturen“

Asiatische Streichquartette bei "Global Ear" [DNN]

Wer, wenn nicht die schon seit Jahren in Dresden aktive Konzertreihe "Global Ear", hätte zum aktuellen Thema der "Fünf Elemente" der Dresdner Musikfestspiele einen spannenden Beitrag zu leisten? Der Blick nach Asien ist hier zeitgenössisch, keines der Werke war älter als 30 Jahre. Das renommierte Faust- Quartett stellte im' Societaetstheater Kammermusik zweier Komponisten vor, die am Schnittpunkt verschiedener Kulturen arbeiten.

Die kulturellen Wechselwirkungen im Schaffen östlicher wie auch westlicher (deswegen war Hans Zender im Programm präsent) Komponisten erschaffen mittlerweile eine ganz eigene Musikgeschichte im 20. und 21. Jahrhundert. Der Chinese Tan Dun und der Japaner Toshio Hosokawa weisen zwar unterschiedliche Biographien auf, vereint sind sie aber in dem Aspekt, westliche Erfahrung und kultureller Verwurzelungen der Heimat spielerisch zu verbinden. Das führte im Konzert zu außergewöhnlichen Hörerlebnissen, die das Faust-Quartett hervorragend darbot: Tan Duns Streichquartett „Eight Colors" arbeitet mit bewusst gesetzten Gesten aus dem vokalen und instrumentalen Vorrat der chinesischen Musik und wirkte dabei seltsam zwiespältig auf einem Grat zwischen Folklore und Avantgarde.

Auf diese Miniaturen folgte Hosokawas Streichquartett „Eight Flowers", das stärker westlichen Strömungen verpflichtet ist. In der Modellierung der vielen einzelnen Gesten und Situationen war zwar das Faust-Quartett unglaublich gut, jedoch konnte dies nicht über eine Spannungsschwäche beider Stücke hinwegtäuschen, die an der Orientierung der Komponisten im (oft entwicklungslos konstruierten) Momenthaften lag.

Zenders Streichquartett „Hölderlin lesen I" verlegte die kulturellen Synthesen auf die Zeitachse: Klassisches Zeitalter traf auf Gegenwart, und Zender scheute sich nicht, die Epochen musikalisch hart aufeinanderprallen zu lassen. Das führte zu einem zerrissenen Klangergebnis, bei dem am Ende trotz des dramatisch auffahrenden Schlusses musikalische Emotionen zugunsten der vom Komponisten intellektuell beleuchteten Hölderlin-Thematik zurücktraten. Das Faust-Quartett zeigte sich den hohen Ansprüchen der Stücke komplett gewachsen und präsentierte sich einem sehr konzentriert folgenden Publikum mit kenntnisreicher und klanglich höchst flexibler Spielkultur.

Alexander Keuk

   

Presse: Das Wunderbare sehen

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Aktualisiert (Donnerstag, 07. April 2011 um 10:54) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 09.12.2010 | „Das Wunderbare sehen“

Ehrenprofessur und Festival für Helmut Lachenmann [DNN]

Während andernorts adventliche Klänge das hektische Vorweihnachtstreiben bestimmen, setzte die Hochschule für Musik Dresden um den zweiten Advent herum einen deutlichen Akzent auf die zeitgenössische Musik. Für Helmut Lachenmann, eine der prägendsten und faszinierendsten Stimmen der Musik der Gegenwart wurde zum 75. Geburtstag ein kleines Festival initiiert, das in Kooperation mit der Sächsischen Akademie der Künste und der Dresdner Philharmonie unter der Regie des „KlangNetz Dresden“ stattfand.

Lachenmann ist seit Jahren der Hochschule freundschaftlich verbunden, erst im letzten Jahr führte der Dresdener Kammerchor seine „Consolation II“ im Konzertsaal der Hochschule auf. Jetzt waren es gleich drei Konzerte, eine Filmvorführung, und vor allem die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Musikhochschule, die Lachenmann entgegennahm – die Laudatio hielt der ehemalige Bundesminister Dr. Gerhart Baum.

Der Gabentisch zum 75. Geburtstag hielt reichlich Musik bereit und die Programme beleuchteten den Komponisten vor allem im Kontext von Schülern, Weggefährten oder auch einfach mit Musik, die in einer erhellenden Weise Lachenmanns Denken und Wirken nahesteht. Das Ensemble Courage präsentierte unter Leitung von Titus Engel ein Doppelporträt von Mark Andre und Helmut Lachenmann, in dem die im Klang forschende Arbeit von Schüler und Lehrer zu Tage trat.

Schwerpunkt des Festivals war der vokale Aspekt, die Nutzung von Sprache als autarkes Instrument oder als Auslöser von ganzen Klanglandschaften. Eine Uraufführung von Robin Hoffmann beleuchtete das Thema Zauberei und Illusion, im Konzert des „Klangnetz-Ensembles“ war es die 5. Sinfonie von Galina Ustwolskaja (Solist Olaf Bär), die in eindringlicher Weise „Pression“ (Solist am Cello: Wolfgang Lessing) und „…Zwei Gefühle…“ von Helmut Lachenmann einrahmte. Eine schöne Erfahrung war es auch den Meister einmal selbst als Interpreten zu erleben.

Im „Kinderspiel“ für Klavier lud Lachenmann zu einer fast heiteren Klangwanderung auf den Tasten ein, während er als Sprecher in „…Zwei Gefühle…“ gemeinsam mit dem Ensemble unter Leitung von Lennart Dohms eine intensive Reise auf den Grund vielfältiger Klangerzeugung unternahm. Anton Weberns Konzert Opus 24, ein Schlüsselwerk der zeitgenössischen Musik, sowie eine Miniatur von Yuval Shaked ergänzten das Programm sinnfällig.

Wer Helmut Lachenmanns auf dem Podium geäußerter „Einladung zum Hineinhören“ gefolgt war, stellte bei diesem ehrgeizigen Projekt fest, dass der Eintritt in die Welt des Komponisten wie von Leonardo da Vinci beschrieben geschehen kann:“…mit eigenen Augen zu sehen , was darin an Wunderbarem sein möchte.“

Diese offene Neugier aufzubringen kann für Interpreten und Zuhörer höchst gewinnbringend sein. Dringt man etwa in „Pression“ ins Innere der Musik vor, erschließt sich schnell das Neue und Schöne, das den Geist wachhält. Zu entdecken gibt es in dem Großen Oeuvre von Lachenmann also noch vieles. Und für weitere willkommene Entdeckungen in Dresden ist dem Professor honores causa ungetrübte Schaffenskraft zu wünschen.

Alexander Keuk

   

Presse: Kunst und Spaß vereint

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Aktualisiert (Mittwoch, 08. Juni 2011 um 07:22) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 10/11.07.2010 | „Kunst und Spaß vereint“

Doppelpremiere im Leonhardi-Museum [DNN]

Werke und Autoren der Musiktheaterminiaturen „Und ich springe in jede Gestalt“, die am Donnerstag uraufgeführt wurden, sind in unserer Zeitung bereits ausführlich vorgestellt worden. Es bedurfte nun des visuellen und akustischen Eindrucks, um das Ergebnis der Kooperation der Musikhochschule mit dem Leonhardi-Museum auf seine Qualität und Publikumswirksamkeit zu prüfen. Dabei bedarf es kaum noch des Hinweises, dass beide Kategorien nicht zwingend zusammenfallen müssen.

Oft genug werden Werke hoher Qualität vom Publikum nicht ausreichen gewürdigt. Das Leonhardi-Museum hat aber eine geringe Platzkapazität, um Publikum in großer Zahl anzulocken, so dass man annehmen konnte, dass wirklich nur echte Interessenten die Uraufführung besuchen. Angekündigt war eine Doppeluraufführung mit den Ensembles AUDITIVVOKAL DRESDEN und AUDITIVINSTRUMENTAL DRESDEN.


Zwei Ensembles mit zwei Werken oder ein Ensemble mit einer Vielzahl von Werken? Ich bin nicht sicher wie es gedacht war, bin nicht einmal sicher, was tatsächlich zu erleben war. Der Vorzug der Produktionen besteht gerade in der Mehrdeutigkeit und Vielgestaltigkeit der Details und der Freiheit, die den Zuschauern bei der Deutung des Erlebten eingeräumt wird.

Natürlich kann das auch negativ formuliert werden: Aus der Beliebigkeit der Werke des Programms, ihrer Reihenfolge und der Interpretation des Einzelwerkes ergibt sich keine zwingende Dramaturgie, so dass man letztlich auch fragen könnte, wohin das Ganze eigentlich führen soll, welche Absicht Autoren und Ausführende verfolgen. So sehr ich in anderen Fällen gegen solcherart Beliebigkeit Bedenken und Protest anmelde, so gern bin ich bereit, von diesen Forderungen im vorliegenden Fall abzusehen und zu empfehlen, den künstlerisch überhöhten Spaß wirken zu lassen. Zwei Charakteristika sind besonders hervorzuheben.

Beide Werke, zwischen denen ich gar nicht erst unterscheiden möchte, verzichten auf trockenen Intellektualismus, sondern sind voll von praller Sinnlichkeit. Nicht kopflastig zu sein bedeutet freilich nicht den Verzicht auf geistigen Gehalt. Der aber wird in seiner Richtung nicht vorgegeben, sondern stellt vielmehr einen Appell an die Imaginationskraft der Zuschauer dar. Zwar geht es in weiten Bereichen um Madrigale, alte und neue, aber es ist ebenso möglich auf diese Klammer zu verzichten, zumal sie nicht für alle Teile gleichermaßen anwendbar ist.

Das zweite essenzielle Merkmal ist der Spaß, den die Ausführenden bei ihrer Arbeit haben und der sich zwanglos auf das Publikum überträgt. Allerdings zahlen Sänger und Instrumentalisten für diesen Spaß einen hohen Preis, nämlich ein enormes Maß an Perfektion bei der Wiedergabe.
Die wird vor allem im vokalen Bereich bis an die Grenzen des Möglichen getrieben, so dass die gesungenen Teile weit intensiver in Erinnerung bleiben.
Verstärkt wird das noch durch vollen körperlichen Einsatz beim Singen – hier wird Kunst mit allen Fasern des Körperlichen vollzogen und, notfalls auch total überdreht, vorgeführt. Bei der Vielzahl von Mitwirkenden und Einzelwerken wäre die Nennung einzelner Elemente und Personen ungerecht, denn alle haben ihre Würdigung verdient.

Am Ende aber bleibt die Frage, in welche Richtung die beiden Ensembles weitergehen wollen und können. Das Erlebte, so ist zu befürchten, markiert eine Grenze, bei der die Gefahr besteht, dass sie kaum noch erweitert werden kann. Und die bloße Replikation dürfte den Produzenten selbst nicht genügen.

Peter Zacher

   

Presse: Vorwärts und rückwärts

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Aktualisiert (Mittwoch, 28. Juli 2010 um 11:15) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 11.05.2010 | „Vorwärts und rückwärts“

„Spiegelungen“ der Sinfonietta Dresden [DNN]

Beim dritten Konzert der neuen Reihe "Spiegelungen" der Sinfonietta Dresden widmeten sich Musiker, Komponisten und Rezitatorin diesmal dem Thema Zeit. Zeit-Kunst als Gestaltungsmittel der Musik ist mal mehr, mal weniger im Vordergrund des Focus der Komponisten. Aber schon der Einsatz einer Generalpause, einer Fermate, eines offensichtlich "zu langen" Tones lässt uns in der Musik aufhorchen und wir beschäftigen uns mit der (komponierten) Zeit.
Literatur und Malerei sind indes in der Lage, sich ihr betrachtend und reflektierend zu nähern, wenngleich auch Phänomene wie Erinnerung, Zerfall oder Vorausschau mit der Zeit spielen und sie zum Gegenstand erheben.

Joseph Haydn hat wenig Probleme, auf die Zeit aufmerksam zu machen: es genügen einige Stillstände und Pausen, um ein ganzes sinfonisches Gefüge aus der Bahn zu werfen, ob ironisch-absichtsvoll oder ernsthaft-irritierend, bleibt offen
. Ekkehard Klemm und die Sinfonietta arbeiteten mit Unterstützung von Helga Werners Rezitation von Christian Morgenstern (der sich übrigens kongenial mit Haydn verbindet) die Besonderheiten der 64. Sinfonie "Tempora mutantur" heraus.

In der Klangkultur des Ensembles ist in der Genauigkeit der Phrasierungen und der Grundintonation Potenzial vorhanden, dies betraf diesmal sowohl die klassische wie die neue Musik und dürfte zeitlichen wie besetzungstechnischen Gründen geschuldet sein. Die Platzierung der Sinfonie ziemlich genau in der Mitte des Programms erzeugte eine weitere "Korfsche Uhr", vorwärts und rückwärts weisend.

Den Rahmen bildete Neue Musik, und auch die Textauswahl war hier mit Dzevad Karahasan und Ingeborg Bachmann avancierter und sorgte für eine eigene Ebene von Denkanstößen. Überhaupt war die Auswahl derart inspirierend, dass eine genaue Quellenangabe im Programm künftig zum Wiederauffinden und Weiterlesen empfohlen sei.

Zu Beginn erklang eine Uraufführung des Dresdner Komponisten Alexander Morawitz. "Arktisches Licht" hebelt auf seine Weise die Zeit aus, denn in nordischen Gefilden scheint sie oft stillzustehen, gigantische Standbilder rufen fast automatisch Klänge hervor.
Ob sich diese eigenen Vorstellungen mit den Fantasien von Morawitz decken, war die spannende Frage beim Zuhören. Dies hätte aber auch nur funktioniert, wenn Morawitz eine illustrative sinfonische Dichtung geschrieben hätte

. Einige Male, etwa im unisono-Abschnitt oder in besonders flächigen, irisierenden Passagen, näherte er sich diesem Genre gefährlich, aber das Stück bezog seine Stärke durch die ungezwungene Neugier auf subtile Klanglichkeit und natürlich auch durch das recht offenbare "Vergessen" der Zeit. In der Wirkung des Werkes trat eine Problematik durch eine klangliche Unschärfe auf, bei der nicht immer klar war, ob sie absichtsvoll durch den Komponisten geformt war.

Ganz anders verlief die Begegnung mit dem Armenier Arman Gushchyan (*1981). Dessen Kammersinfonie "Erlangung" spart nicht mit gewaltig aufgetürmten Klangmassen und fasziniert im ersten Teil durch spannungsgeladene solistische Passagen. Der Komponist exerziert einen Übergang zwischen verschiedenen Stilistiken und landet schließlich - zu Hause, denn gerade die armenische Musik ist stark traditionell bezogen.

Diese melodisch-melancholischen Elemente waren dann auch sehr stimmungsvoll eingesetzt, wurden allerdings zum Schluss hin zu sehr in finaler Bombastik vereinnahmt. Ekkehard Klemm und das Ensemble zeigten erneut großen Einsatz für ein dramaturgisch hervorragend ausgearbeitetes Programm.
Die Überschneidung mit dem gleichzeitig im selben Haus stattfindenden Konzert von "Lied in Dresden" demonstrierte einen eng gestrickten Terminkalender der Dresdner Musikkultur, der an manchen Stellen besserer und langfristigerer Absprachen bedarf.

Alexander Keuk

   

Presse: Farben rinnen durch die Finger

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 10:50) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 14.04.2010 | „Farben rinnen durch die Finger“

Porträtkonzert mit Rebecca Saunders [DNN]

Einen Rückblick gewährte dieser Abend, wenn auch keinen allzu weiten, denn die gehörten Werke von Komponistin Rebecca Saunders sind gerade einmal 16 Jahre alt oder etwas jünger. Das ist natürlich bei neuer Musik nicht unbedeutend und im Schaffen der 1967 geborenen Engländerin kein geringer Abschnitt. Noch bis zum Ende der aktuellen Konzertsaison ist sie Capell-Compositeur respektive Compositrice der Sächsischen Staatskapelle, und Klangnetz Dresden nutzte die Gelegenheit, Rebecca Saunders im Konzertsaal der Musikhochschule mit einem Porträtkonzert vorzustellen.

In einer Projektwoche der Hochschule und einem Symposium zu Beziehungen von Klang und Raum arbeitete Rebecca Saunders über ihre musikalischen Ideen, die sie im Gespräch mit Peter Hiekel kurz umriss. Wenig läge ihr daran, ihre Musik mit Worten zu erklären, und sie vertraut der unmittelbaren Wirkung auf den Hörer. Besonders interessiert es sie, bekannte Klangmöglichkeiten neu zu ergründen, mit Überraschungen zu spielen.

Davon war im Folgenden einiges zu erleben, auch von dem „theatralischen Effekt“, den Rebecca Saunders diesen Stücken beinahe schamhaft zugestand. Zwei Kollegen, die sie schätzt, waren im Programm ebenfalls vertreten: Morton Feldmann (1926–1978) und der an der Dresdner Musikhochschule Komposition lehrende Mark Andre (*1964). Größerer Gegensätze als zwischen deren beiden Stücken und denen von Saunders lassen sich kaum denken.

Unwillkürlich wunderte man sich, dass sie fast ihre Selbstsicherheit fahren ließ, als sie ehrfürchtig von Feldman sprach. Feldmans Ensemblestück „For Frank O’Hara“ bezieht sich auf den frühen Tod des Dichters im Jahre 1966 und ist wie ein fragiles Requiem, trotz der Besetzung mit Flöte, Klarinette, Klavier, verschiedenem Schlagwerk, Violine und Violoncello bleibt es still, wie fragmentiert immer in der Schwebe, schwer zugänglich. Noch filigraner experimentierte Andre in seinem „iv 3 für Soloklarinette“ (gespielt von Albrecht Scharnweber) mit Farben und Geräuschen des Instruments, vervielfachte den Ton durch Resonanz in einer Pauke, durchbrach die Stille mitunter in Tönen, die nur im Ansatz zu hören waren, mischte hauchzarte Geräusche von einer Metallfolie dazwischen. Saunders’ Stücke bezeugen dagegen eine geradezu machtvolle Erdverbundenheit und strahlen vor Energie. Immer wieder stachen unvermittelt Witz und Vergnügen am Überraschenden durch.

Die Titel der beiden das Konzert flankierenden Werke „the under-side of green“ (Violine, Klarinette, Klavier) und „Into the blue“ für Ensemble (Klarinette, Fagott, Schlagwerk, Klavier, Violoncello, Kontrabass) spielen dazu synästhetisch mit Bezügen zu Licht und Farben (nach Texten u.a. von Derek Jarman), komplementären Tönen als Farbe wie Musik und heraus brechender Emotion.

Nichts ist althergebracht, kein Spiel mit oder keine Anspielung auf Tradition, dennoch kennzeichnet rhythmische Kraft diese Kammerwerke. Klingel und Trillerpfeife konterkarieren schon mal die strengen Klangkonstrukte. Wie im wechselnden Spiel von Farben in Licht und Schatten ändern sich die Klänge: „Colour slips through the fingers and escapes“, heißt es bei Jarman. Ein „Quartet“ von 1998 als das jüngste der gespielten Werke von Rebecca Saunders zeigte in seinem reduziertem Instrumentarium die allergrößte Experimentierfreude: Ein Akkordeon, das gegen seine Natur Cluster oder Einzeltöne spielt, zusammen mit Klarinette, Klavier und Kontrabass um Klangfarben, extreme Tonlagen wetteifernd. Hier waren die ausführenden Studenten der Hochschule am überzeugendsten, im Übrigen musizierten die 13 Mitwirkenden solide, teils unter Leitung von Lennart Dohms, der seine Genauigkeit und routinierte Gelassenheit nicht immer eins zu eins auf die Musiker übertragen konnte, denen die Konzentration deutlich anzumerken war.

Hartmut Schütz

   

Presse: Aktives Bekenntnis zur Musik der Gegenwart

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 10:50) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- Aktives Bekenntnis zur Musik der Gegenwart. Das „KlangNetz Dresden“

Von Alexander Keuk [Neue Zeitschrift für Musik, 1/2010]

   

Presse: Rezension Sinfonietta Dresden

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 10:48) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 07.11.2009 | „Rezension Sinfonietta Dresden“

Dreikönigskirche Dresden, Sinfonietta Dresden - La Reine de France - Musik und Literatur [DNN]

Neue Poesie und Töne [DNN 9. Nov. 2009 - Alexander Keuk]


Natürlich freut sich ein Konzertveranstalter, wenn ihm eine besonders schlüssige Dramaturgie gelingt. In manchen Fällen kann aber auch das Experiment interessant sein, gegensätzliche Werke und Bezüge aufeinanderprallen zu lassen, um durch die ungeahnte Wirkung den Horizont zu erweitern. Mit der von der DNN präsentierten Konzertreihe „Spiegelungen“ der Sinfonietta Dresden in der Dreikönigskirche werden diese Experimente zum Programm: eine Haydn-Sinfonie gesellt sich zu einem neuen sächsischen Werk und einem weiteren zeitgenössischer Provenienz, das „an den Rändern Europas“ entstanden ist. Und auch diesmal schärften die neuen Werke das Bewusstsein für die Modernität des Hofmusikers der Esterházys, und in den beiden neuen Kompositionen war natürlich jede Menge Tradition zu entdecken.


Der wagemutige Flug durch Europa begann diesmal in Sachsen, führte über die Bretagne nach Estland und über Österreich zurück nach Frankreich. Einen Jetlag bekam man davon nicht, aber in Helena Tulves „Stream“ war zumindest ein unaufhörlicher Weg vorgezeichnet, der dieser Reise hätte entsprechen können. In einer Quartettbesetzung brachen sich in der Komposition der Estin die Töne sehr verästelt, aber in zwingender Tonsprache ihre Bahn und steuerten einen rhythmisch kernigen Höhepunkt zu. Andreas Kersting hatte zuvor ein opulentes, farbiges Gemälde zum höchst intimen Gedicht „A barzh ur mor a dud“ des bretonischen Dichters Antony Heulin entworfen.(…)


Im zweiten Teil des Konzertes las Brünner dann aus Stefan Zweigs biographischem Roman „Marie Antoinette“ und bildete so die Brücke zu Joseph Haydns 85. Sinfonie „La Reine“, der ersten aus einem Zyklus von Auftragswerken für ein Pariser Orchester. Ekkehard Klemm, der zuvor schon mit sicherer Hand durch die Erstaufführungen des Abends leitete, schuf eine packende und vitale Interpretation der Sinfonie, die nur en detail und auch en passant ihre Frankophilie verriet. Das ganz österreichische Menuett nahm Klemm zurückhaltend und wiegend, während das Finale ganz auf rasanten Ausklang bemüht war. Ein vielschichtiger recht langer Konzertabend ging so zu Ende, der in Wort und Ton viel Platz für Inspiration und Weiterdenken anbot.

   

Presse: der neue don quichotte

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:23) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- „Der neue Don Quichotte“

Bernhard Lang ist der «Capell-Compositeur» der Saison 2008/2009 [Semper! Staatskapelle]

Mit seinem Amtsantritt hat Fabio Luisi in der vergangenen Saison eine alte Tradition wieder belebt: In jedem Jahr ernennt die Sächsische Staatskapelle einen «Capell-Compositeur», der - in intensivem Austausch - neue Werke für das Orchester schreibt und damit die jahrhundertealte Uraufführungstradition der Kapelle fortschreibt. Nach Isabel Mundry im ersten Jahr heißt der «Capell-Compositeur» 2008/2009 Bernhard Lang.
Der Österreicher Lang ist ein Grenzgänger, der sich nicht auf ein Genre oder eine Stilrichtung eingrenzen lässt. Seine Werke schließen Arbeiten für das Musiktheater und den Film ebenso ein wie Performances oder Klanginstallationen. Kreative Anregungen empfängt Lang aus dem Jazz oder aus der elektronischen Musik.
Auf die Zusammenarbeit mit der Staatskapelle freut sich der gebürtige Linzer aus verschiedenen Gründen: Zum einen schätzt er die besonderen Qualitäten des Traditionsorchesters, den «besonderen Klang und die Präzision», wie er selber sagt. Zum anderen freut er sich aber auch auf die erneute Zusammenarbeit mit Fabio Luisi, der bereits seine Orchesterwerke «Differenz/Wiederholung 11.2» und «Differenz/Wiederholung 14» mit ihren charakteristischen «Orchester-Loops» zur Uraufführung brachte. Für die Staatskapelle komponiert Bernhard Lang drei neue Auftragswerke, in denen er seine aktuelle Werkreihe «Monadologie» (ein Begriff aus der Philosophie Leibniz) fortführt. «Monadologie II» trägt den Untertitel «Der Neue Don Quichotte» und ist eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem berühmten Stoff vom «Ritter von der traurigen Gestalt».

   

Presse: Isabell Mundry blickt

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:24) Geschrieben von: Administrator Mittwoch, 17. September 2008 um 14:26

- 20.07.08  l Isabell Mundry blickt auf ein Jahr Capell-Compositrice zurück

Der erste Cape-Compositeur der Neuzeit - vor Zeiten Kapellkompositeur
genannt - war eine Capell-Compositrice. [DNN]

Isabel Mundry hat in der zu Ende gehenden Spielzeit mithelfen können, die Uraufführungstraditionen der Sächsischen Staatskapelle wiederzubeleben, sie hat das Programm vor Ort und auf Tourneen erweitert, das Publikum manchmal vielleicht irritiert und womöglich noch öfter bereichert. Mit Michael Ernst sprach sie über ihre Erfahrungen mit dem Orchester und dessen Stadt..

Frage: Wie sehen Sie Ihr Jahr als erste Capell-Compositrice im Rückblick?
Ich hatte hier sehr viele sehr schöne Momente und bin absolut überzeugt von dieser Idee, ein Orchester als Institution mit dem Einzelwesen des Komponisten zusammenzubringen. Natürlich hatte ich mich anfangs gefragt, wie wir wohl aufeinandertreffen mögen. Die Zusammenarbeit war ein Prozess, doch ich war begeistert, wie schnell die Dinge hier auf den Punkt gebracht werden, und das bei höchster interpretatorischer Qualität.
Das Orchester hat ja relativ wenig Erfahrungen mit zeitgenössischer Musik, doch es hat sich auf einen überaus lebendigen Umgang damit eingelassen, in dem es nicht um eingefrorene Aufführungsformen ging, sondern um ein Wachsen auch nach der Generalprobe, von Konzert zu Konzert.

Frage: Vorbehalte gegenüber Neuer Musik haben Sie nicht gespürt?
Dresden verbindet man eher mit der Tradition als mit der Moderne. Ich habe mich anfangs durchaus fremd gefühlt. Aber zum Konzept dieser Idee Capell-Compositeur gehört auch eine Vermittlungsarbeit in die Stadt hinein.

Frage: Was bleibt von diesem Jahr was geben Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg?
Durch diese Zusammenarbeit mit einem Klangkörper, dessen Schwerpunkt ja woanders liegt, sind hoffentlich gute Voraussetzungen für meinen Nachfolger Bernhard Lang geschaffen worden. Ich schätze ihn als Kollegen sehr, aber er arbeitet wieder vollkommen anders als ich. Das wird wieder neue Begegnungen geben, die sicher für das Orchester, das Publikum und ihn spannend sein werden. Doch er wird gewiss ein Stück Kontinuität vorfinden, an das er anknüpfen kann.

   

Presse: das naheliegende

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:24) Geschrieben von: Administrator Mittwoch, 17. September 2008 um 14:26

- September 08 l Ein Essay von Professor Wilfried Krätzsehmar

Wilfried Krätzsehmar, Kompositionslehrer und langjähriger Rektor
der Dresdner Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber«.

Dass Komponisten eigentlich immer wieder auf der Suche sind, haben ja Schüler und Lehrer gemeinsam. Was der Lehrer an Vorsprung besitzt, sind lediglich seine Erfahrungen, über die er naturgemäß reichlicher verfügt als der Schüler und wovon er diesen profitieren lassen kann. Dazu gehört, zu erzählen, wie das ist mit dem Phänomen des Orchesterklanges. Allerdings ist es eben wie mit dem erzählten Mittagessen: welcher Unterschied, zu schmecken oder einen Geschmack erklärt zu bekommen, Klänge zu hören oder sich nur darüber belehren zu lassen!

Die Sicherheit im Umgang mit dem wunderbaren Instrument »Orchester« und seinen schier unerschöpflichen Gestaltungsmöglichkeiten gewinnt ein Komponist nur über den ständigen direkten Austausch, die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung und das umfangreiche Ansammeln dieser Erfahrungen. Das Notierte von Spitzenmusikern in die Wirklichkeit geholt in einer echten Konzertsaal-Situation - solche Kriterien sind für den jungen Orchesterkomponisten von enormer Bedeutung. Mancher Studierende von anderswo dürfte die Dresdner Kompositionsstudenten um diese Möglichkeit beneiden.

In beeindruckender Weise hat die Dresdner Philharmonie in der letzten Zeit ihre Kontakte zu den Schulen, zu Lehrern, Schülern, Kindern und Familien aufgebaut und zu einem höchst lebendigen Teil Musikleben gestaltet. Das ergibt phantas-tische Erlebnisse für alle Beteiligten, es macht Mut für eine gedeihliche Entwicklung, und es macht einfach auch, sichtbar und hörbar, großen Spaß!

Netze bieten Halt. Sie entstehen, wenn Naheliegendes verknüpft wird: die Schulen, in denen die Zukunft zubereitet wird; die Institution Philharmonie, die den Puls des Musiklebens schlagen lässt; die Öffentlichkeit samt Hörerschar, die den Puls der Stadt erlebt; die Komponisten und Kompositionslehrer, die zum Weiterwachsen der Musikgeschichte gehören - alle Haustür an Haustür, ganz nah.

   

Presse: der mensch wird unfrei

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:24) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 15. April 08 l Die Oper „Vorfall in Kwangju von Epsun Lee erlebt ihre umjubelte Uraufführung

Ensun Lee hat die Musik geschrieben und mit dem Dramaturg-
Librettisten Stefan Ulrich das Stück geschaffen. [SZ]

Im Bühnenraum der Kleinen Szene erlebt man so ungefähr alles, was modernes Theater ausmacht. Musik und Singen dissonant, frei, an den Grenzen des Spiel- und Hörbaren, rhythmisch, aggressiv, aber auch mit geradezu choralhaften Passagen, pendelnd zwischen Geräusch und Klang. Dazu zeitgemäßes Regietheater. Intensives Spiel mit sich und anderen, mit Sand und Matsch und überquellenden Bierdosen, handgreiflich und cool. Die Ausstatterin Julia Beyer mixt bedeutsam farbige Unterhosen, vorne ausgepolstert, mit Gamaschenschuhen, weißem Hemd und Weste, Jeanshose und Reifrock.

All das passierte in bewährter Kooperation der Semperoper mit den Dresdner künstlerischen Hochschulen, diesmal im Rahmen von KlangNetz Dresden, einem Förderprojekt der Kulturstiftung.
Die Studenten spielen engagiert und hingebungsvoll. Barbara Hoene als Schamanin und Mutter ist ein sängerisch brillierender Ruhepol, Lennart Dohms der alles überblickende, sicher führende Dirigent. Premierenjubel mit einer sichtiich ergriffenen Komponistin.

   

Presse: dicht gewebtes klangnetz

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:25) Geschrieben von: Administrator Mittwoch, 17. September 2008 um 14:26

- 22.01.08 l Die Bundeskulturstiftung fördert die zeitgenössische Musikkultur im Dresdner Raum

Im Jahr 2006 beschloss die Bundeskulturstiftung der Vermittlung Neuer
Musik ein größeres Budget einzuräumen. [DNN]

Auch das Institut für Neue Musik an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden bewarb sich um die finanzielle Förderung. Für die Dresdner begann damals ein wahrer Bewerbungsmarathon. Nach dem Bestehen der ersten Runde galt es, den stattlichen Reigen der eingereichten Konzepte weiter zu konkretisieren und die geplanten Projekte finanziell anderweitig zu unterfüttern. Im November 2007 war es dann soweit: Dresden erhielt die begehrte Zusage, neben vierzehn anderen Städten und Regionen (außer Berlin alle im westlichen Teil der Republik gelegen) zur Förderung auserwählt zu sein. Für die nächsten vier Jahre wird damit das „Klangnetz Dresden", eine ungewöhnlich breite Palette von Projekten, die sich der zeitgenössischen Musik widmen, mit mehr als 165.000 Euro pro Jahr von der Stiftung gefördert werden. Weitere Fördermittel schießen überdies regionale Geldgeber hinzu. Ganz unterschiedliche Institutionen und Veranstalter schließen sich dafür zu einem Netzwerk zusammen, das eine neue Form der Kommunikation und Koordination und somit auch die inhaltliche Abstimmung der Konzepte erlaubt. Dabei konnten sowohl die renommierten Klangkörper der Stadt -Sächsische Staatskapelle Dresdner Philharmonie, Kammerchor - als auch einige der freien Ensembles gewonnen werden. Die Bandbreite der Aufführungsorte ist weit gespannt.
Sie reicht von der Semperoper bis nach Hellerau und bezieht auch ungewöhnliche Konzertorte mit ein.

   

Presse: Kammermusik Panorama

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:25) Geschrieben von: Administrator Mittwoch, 17. September 2008 um 14:26

- 25.01.2008 l Gesprächskonzert mit Isabel Mundry eröffnete „KlangNetz Dresden'

Staatsoper und Musikhochschule arbeiteten eng zusammen,
um Veranstaltungen mit der Komponistin Isabel Mundry zu ermöglichen. [DNN]

Kurz nachdem das auf vier Jahre angelegte „KlangNetz Dresden" in der Musikhochschule von Jörn Peter Hiekel (Leiter des Instituts für Neue Musik ) mit vielen anwesenden Partnern der Dresdner Kultur feierlich eröffnet wurde, gab es auch schon das erste Konzert des Netzwerkes, dessen Gedanke von Vernetzung und Vermittlung sofort deutlich wurde: Staatsoper und Musikhochschule arbeiteten eng zusammen, um Veranstaltungen mit der Komponistin Isabel Mundry zu ermöglichen, derzeit erster „Capell-Compositeur" der Sächsischen Staatskapelle. Der gute Zuspruch seitens des Publikums lässt für das Netzwerk hoffen, allerdings sollte sorgfältig überlegt werden, an wen man die neue Musik vermittelt. Wenn im akademisch geprägten Publikum nur Fachleute und Komponisten anwesend sind, sind diese zwar auch höchst dankbar, doch der Vermittlungsgedanke sollte unbedingt weiter greifen. So aber war bereits in der Pause das Limit der Aufnahmefähigkeit erreicht, denn Mundrys Werke vermitteln sich beileibe nicht leicht, auch wenn die Komponistin versuchte, ihre Ideen für die Stücke im Gespräch mit Fliekel darzustellen.

Völlig überzeugend und spannend dagegen gelangen die „SpiegelBilder" für Klarinette (Alexandra Hentschel) und Akkordeon (Ruslan Krachkowski) und die „Balancen" für Violine Solo (Alwyn Westbrooke).

   

Presse: Klangnetz

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:25) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- Mai 2008 l Komponieren in Sachsen Workshop

Gründungskonzert des Projektensembles KlangNetz Dresden
im Mai 2008 [Carsten Henning, Werkstattberichte]

Die Anregung stammt von Jörn Peter Hiekel, Leiter des Instituts für Neue Musik der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber: die Gründung eines Ensembles für Neue Musik, in dem Musiker der Dresdner Philharmonie und fortgeschrittene Studenten der Hochschule gemeinsam ein zeitgenössisches Repertoire erarbeiten und aufführen. Hinter der Idee stand der Gedanke, dass Orchestermusiker ihre reichen Erfahrungen an junge Musiker weitergeben - und dabei umgekehrt auch von deren Offenheit und Neugier profitieren. Hinzu kam der Wunsch, einen Beitrag zur Pflege der zeitgenössischen Musik in Dresden zu leisten, welcher zugleich eine empfindliche Lücke zu schließen vermag.

Unter maßgeblicher Beteiligung von Peter Krauß, Solo-Kontrabassist der Dresdner Philharmonie und zugleich Professor an der Hochschule für Musik, sowie von Ekkehard Klemm, Leiter der Dirigierklasse an der Hochschule, entstand nun eine innovative Formation, die unter dem Namen Projektensemble KlangNetz Dresden neue Wege gehen soll. Auf den Programmen, die für die nächsten Jahre geplant sind, stehen etliche Meisterwerke des 20. und 21. Jahrhunderts in Orchester oder großen Ensemblebesetzungen. Zu einem erheblichen Teil sind dies Werke, die in Dresden noch nie zu hören waren.

Ein weiterer wichtiger und zentraler Aspekt des Ensembles besteht darin, mit namhaften Komponistenpersönlichkeiten zusammenzuarbeiten, die zugleich als Dirigenten ihre Erfahrung mitbringen.

Den Anfang im Gründungskonzert Ende Mai 2008 machte Hans Zender, der als langjähriger Hochschullehrer und als einer der maßgeblichen Dirigenten selbstverwalteter Formationen wie dem Ensemble Modern oder dem Klangforum Wien bei der Dresdner Ensemblegründung von Anfang an beratend zur Seite stand.

   

Presse: Klingende Bilder & Texte

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:25) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 06. Juni 08 l Matthias Pintscher wieder in Dresden

Dank der Initiative von Musikhochschule und „KlangNetz Dresden"
hielt sich Künstler nun erneut in Dresden auf, um der
Kompositionsklasse mentorisch zur Verfügung zu stehen.[DNN]

Und in einem von Jörn Peter Hiekel, Leiter des Instituts für Neue Musik, moderierten Gesprächskonzert, waren vier Kammermusikwerke von Pintscher erleben. Dass die Fachwelt dabei einigermaßen unter sich blieb, lag wohl in der Natur der Sache. Alleweil spannend ging es dennoch zu im klingenden Hochschulhaus am Wettiner Platz. Denn der ursprünglich eher für große Ensemblemusik bekannte Komponist kann auch im kleineren Rahmen und mit puristischer Instrumentierung punkten. Das komplette Orchester verstehe er zwar als „Farborgel", sehe aber keinen Gegensatz zur Kammermusik darin. Denn auch dort gäbe es ein geradezu „kosmisches Repertoire". Ob kleine oder große Besetzung, das sei ihm egal, so Pintscher sehr überzeugend, ihm gehe es um den gemeinsam zu findenden Impuls in der Musik. Allein darin liege die „Chance für Qualität“.

Studentinnen und Stundenten der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber" trugen höchst überzeugend vier Werke des Meisters vor.

Dass Pintscher, wenn schon nicht mit einer neuen Oper, so doch als Dirigent des Projektensembles von Hochschule und Philharmonie im kommenden Jahr nach Dresden zurückkehren wird, stimmt höchst hoffnungsvoll.

   

Presse: Sinfonietta Dresden

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:25) Geschrieben von: Administrator Mittwoch, 17. September 2008 um 14:26

- 05.11.2008 l Sinfonietta Dresden beendet die Konzertreihe „Spannungen"

Schon vorbei? Man stutzt - eigentlich hätte man gerne noch
viel mehr Mozart von der Sinfonietta Dresden hören wollen. [DNN]

Aber wahrhaftig beendet das Kammerorchester mit dem 11. Konzert der von den Dresdner Neuesten Nachrichten präsentierten Reihe „Spannungen" am 8. November nach fünf Jahren seinen Zyklus aller Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart. Als besonderes Bonbon wird in den „Spannungen 11" das Konzert für zwei Klaviere und Orchester Es-Dur KV 365 erklingen. Dazu sieht das Vier-Gänge-Menü des Abends das C-Dur-Konzert KV 503 sowie eine Uraufführung der Dresdner Komponistin Silke Fraikin vor, die sich mit „Grazioso 222" in ihrer eigenen Tonsprache Mozart annähern wird. Vom derzeitigen Capell-Compositeur Bernhard Lang erklingt außerdem ein Werk aus einer früheren Schaffensperiode, bearbeitet für Streichorchester.

Das Resümee der Reihe „Spannungen" ist erstaunlich: Nicht nur hat sich das Ensemble ein treues, sehr gemischtes Stammpublikum erobert, das sich sowohl offen für junge, frische Mozart-Interpretationen als auch für die Konfrontation mit zeitgenössischen Kompositionen in den Konzerten zeigte. Mehr noch: Das „Alte" und das „Neue" befruchteten sich gegenseitig, sowohl Zuhörer als auch Orchester bewiesen in den vergangenen elf Konzerten offene Ohren und konnten eindrückliche Erlebnisse mit nach Hause nehmen. Zwölf Uraufführungen sowie neun weitere zeitgenössische Werke, davon acht sächsische Erstaufführungen, sprechen eine deutliche Sprache: Dieses Ensemble baute in der Reihe nicht nur zeitge¬nössische Brücken zwischen Sachsen und Osteuropa, sondern ist fest im kulturellen Leben der Stadt Dresden verankert.

Der Sinfonietta Dresden ist für den Start der „Spiegelungen" und der damit verbundenen Reise in neue, bekannte wie unbekannte Klanglandschaften Erfolg zu wünschen.

   

Presse: Vermittlung des Zeitgenössischen

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:26) Geschrieben von: Administrator Mittwoch, 17. September 2008 um 14:26

- 22.01.08  l Vermittlung des Zeitgenössischen

Jörn Peter Hiekel, Leiter des Instituts für Neue Musik
an der Dresdner Musikhochschule und Leiter von
„KlangNetz Dresden". [DNN]

Frage: „Wie werden freie Ensembles von dem neuen KlangNetz profitieren können?"
Jörn Peter Hiekel: „Es gibt in den geplanten Projekten schon eine intensive Beteiligung freier Ensembles. Einige Reihen sind offen gehalten, um von wechselnden Ensembles gestaltet zu werden, wie zum Beispiel „Global Bar" oder die „Binationalen Gesprächskonzerte" in der Sächsischen Akademie. Es gibt schließlich auch Erwägungen und Hoffnungen, im Laufe der nächsten Jahre bisher nicht integrierte Ensembles mit einzubinden, und zwar mit Projekten, die es vermögen, im Kontext des Netzwerkes spannende eigene Akzente zu setzen. Qualitäts- und Originalitätsstandards im Bereich der Musikvermittlung müssen dabei natürlich erfüllt sein."

Frage: „Das KlangNetz spannt sich auch über Projekte, die starken Ausbildungscharakter besitzen..."
Jörn Peter Hiekel: „Ja, ich erinnere beispielsweise an die „Hellerauer Sommerakademie", die mit unterschiedlichsten Institutionen unter Federführung des Europäischen Zentrums der Künste an der Schnittstelle zwischen Praxis und Theorie ansetzt. Dort kommen Dramaturgen, Komponisten und Studierende zusammen. Ähnliches gilt für eine, geplante Chorakademie mit dem Dresdner Kammerchor. Äusbildungsrelevanz ist auch ein wichtiges Stichwort bei der jährlichen KOOP-Produktion der Sächsischen Staatsoper mit den Dresdner Kunsthochschulen und ebenso bei einem neu formierten Ensemble: nach amerikanischem Vorbild planen wir gemeinsam mit der Dresdner Philharmonie unter dem Dirigenten und Komponisten Hans Zender (und später anderen prominenten Musikern) ein Ensemble aus Studierenden und Professoren ins Leben zu rufen."

   

Presse: Virtuoses Chaos

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Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 09:26) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 13:22

- 26.08.08 l Virtuoses Chaos in der Harfe

Bernhard Lang komponiert für Dresdens Staatskapelle
keine leichte, aber interessante Kost. [SZ]

Heute Abend blökt die Hammelherde in der Semperoper. Die Sächsische Staatskapelle spielt zum Saisonstart das gut hundertjährige Meisterwerk „Don Quixote" ihres Hausgottes Richard Strauss. Dabei wird der Cellist Jan Vogler den Solopart sicher wieder wunderbar geben, das Publikum sich dennoch mehr - wie stets - über die instrumentalen Effekte amüsieren, die das Hammelbiöken nachahmen.

Mit einem „weiteren Virtuosenstreich" soll das Orchester glänzen, sagt der Komponist Bernhard Lang. Der Österreicher ist der diesjährige Capell-Compositeur, der Neues für die Kapelle schreibt, um deren jahrhundertealte Urauffuhrungstradition fortzusetzen. Für den Beginn seiner Dresdner Zusammenarbeit hat er eine 17-minütige Arbeit mit dem Titel „Monadologie IL Der Neue Don Quichotte" erdacht. Drei Uraufführungen für die Dresdner sind fertig oder in der Endfassung. Zudem gibt es Erstaufführungen. Sie werden die hiesigen Konzertfreunde mit „keiner leichten, aber interessanter Kost" vertraut machen, sagt Kapellenchef Fabio Luisi. Er hat mehrfach mit dem Komponisten gearbeitet und schätzt ihn als „einen Erneuerer fern des Mainstreams".

Dass auch das Publikum zu seinen Stücken leichter Zugang findet, dafür will der Komponist selbst mit sorgen. Er gibt Konzerteinführungen, stellt sich Gesprächen und geht an, die Hochschule. „Ich bin für alles offen", sagt Lang, „für Fragen, Lob und Beschimpfungen."